Masuren

Polen – Masurische Seenplatte

Die letzten Tage haben wir in Bussen und Zügen auf dem Weg nach Masuren verbracht und sind froh, nun endlich in unserem Fahrtengebiet angekommen zu sein.

Heute morgen sind wir von Olsztyn (Allenstein) aus mit dem Bus nach Mragowo (Sensburg) gefahren und von dort aus losgewandert. Gegen Mittag kamen wir an einen großen See, an dem wir Pause machten. Umgeben von moorigen Tümpeln folgten wir einem kleineWaldpfad, kleinn Pfad in den tiefen Wald. In der Mittagshitze tanzten unzählige Mücken.

Als wir aus dem Wald herauskamen, war es Nachmittag. Die Sonne flimmerte über den Stoppelfeldern und die Grillen zirpten. Als es schon dämmrig wurde, fanden wir am Waldrand einen schönen Platz für die Nacht. Wir saßen noch lange am Feuer und sangen. Spät gingen wir schlafen und dachten an unseren wunderbaren ersten Fahrtentag, dem noch so viele folgen würden… Nun war alles still, man hörte nur noch das Sirren der Mücken und das Zirpen der Grillen.

am SeeAm nächsten Morgen sind wir ein Stück vom Waldrand zu einer von der Sonne erwärmten Wiese gegangen, auf der wir frühstückten. Beim Wandern schien unser Kartenlesen unter keinem guten Stern zu stehen, ständig verliefen wir uns, was unserer Laune aber keinen Abbruch tat. Am späten Nachmittag machten wir eine Pause auf einer wunderbaren Wiese mit herrlicher Aussicht auf einen See. Doch zum Baden war es schon zu kalt. In der Ferne hörten wir ein Gewitter grollen und dunkle Wolken türmten sich am Himmel auf. Deshalb beschlossen wir, auf der Wiese ein kleines Feuer zum Kochen zu machen und uns anschließend einen trockenen Platz zum Schlafen zu suchen. Gesagt, getan.

Der Himmel war wolkenverhangen und es wehte ein kühler Wind, als der nächste Tag begann. Langsam fing es an zu regnen, und der Wind frischte auf, doch es war eine willkommene Abkühlung nach den letzten überheißen Tagen. Gegen Mittag lockerten die Wolken auf, die Sonne strahlte mit voller Kraft auf das Land, das mit seinen großen Kiefernwäldern, weiten Seen und kleinen, verträumten Dörfern aussah, als sei die Zeit Stegstehen geblieben. In der Mittagshitze machten wir Pause auf einem Steg an einem See. Das Wasser lockte uns: Wir schwammen weit hinaus und kühlten uns so richtig ab. Am Nachmittag kamen wir dem Dorf Lubiwo näher. Als der Himmel gegen Abend dann immer schwärzer wurde, beschlossen wir, ein Quartier zu suchen. Schließlich durften wir bei einer sehr netten Familie in einer großen Scheune im Heu übernachten und sogar hinter der Scheune auf einer Wiese ein Feuer machen. Leider konnten wir nach dem Essen nur noch wenige Lieder am Feuer singen, da der Wind immer stärker wurde, die Blitze wild am Himmel zuckten und dicke Tropfen vom Himmel fielen. So machten wir es uns in der Scheune gemütlich und sangen bei Kerzenschein. Nur ab und zu wurde es plötzlich hell und wir sahen die Blitze durch die kleinen Holzspalten der Scheunenwände. In Gedanken an den morgigen Tag, an dem wir in Mikolajki (Nikolaiken) weitere Bundesschwestern treffen würden, schliefen wir mit dem Geräusch des auf das Dach prasselnden Regens ein.

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